Surfactant – nützlich bei der Behandlung von Covid-assoziierter Pneumonie?

SARS-CoV2 kann zu einer schweren Form der Lungenentzündung führen, die unter bestimmten Umständen ein akutes Lungenversagen auslösen kann (ARDS, „Akutes Atemnotsyndrom“). Dies ist eine „übermäßige“ Entzündungsreaktion: Entzündungszellen und Flüssigkeit sammeln sich in der Lunge an. Dies behindert einerseits die Atmung mechanisch und zerstört andererseits die entzündungshemmende Flüssigkeit, den körpereigenen Schutzfilm („Surfactant“) in den Alveolen, der dadurch keinen Sauerstoff mehr aufnehmen kann. SARS-CoV-2 induziert die Zerstörung von Typ-II-Alveolarzellen bei COVID-19-assoziierter Pneumonie. Typ-II-Alveolarzellen produzieren Lungensurfactant. Surfactant ist für die Aufrechterhaltung der Atemmechanik erforderlich, indem es die Oberflächenspannung verringert und somit einen Lungenkollaps verhindert. Darüber hinaus ist die massive Freisetzung von Zytokinen aus der Lymphozytopenie ein weiterer Faktor, der bei schweren COVID19-Patienten zu Lungenversagen und zum Tod führt.
In der Literatur wird derzeit intensiv darüber diskutiert, ob Surfactant bei der Behandlung des Atemnotsyndroms bei Erwachsenen von großem Nutzen sein könnte.

Einige Autoren spekulieren, dass eine frühzeitige Verabreichung eines natürlichen Lungensurfactants die Lungenfunktion verbessern könnte, um die Lungenbarrierefunktion bei Patienten mit COVID-19-Pneumonie wiederherzustellen, wodurch die Dauer der Beatmungstherapie verkürzt und die Genesung der Patienten unterstützt wird. In der Tat könnte dies leicht erreicht werden, indem das rekonstituierte Lyophilisatpulver in den Trachealtubus des beatmeten COVID-19-Patienten gegeben wird. Eine andere Hypothese besagt, dass Surfactant nicht nur für die Behandlung, sondern auch für den prophylaktischen Schutz von SARS-CoV-2 wirksam sein könnten. Jede Theorie argumentiert, dass das Lungensurfactant nicht nur zur Verringerung der Oberflächenspannung oder zur Erhöhung der Lungencompliance vorteilhaft ist, sondern auch ein starker Schutz gegen das Virus selbst ist. Keine der Theorien wird jedoch tatsächlich mit echten experimentellen Beweisen gestützt. Derzeit laufen zahlreiche klinische Studien, um festzustellen, ob die Behandlung mit Surfactant bei COVID-19-induziertem Atemversagen als nützlich angesehen werden kann.

Es war schon immer unser klarer und unerschütterlicher Fokus, der Wissenschaft zu folgen, um den bestmöglichen Nutzen für unsere Patienten zu erzielen. Vor diesem Hintergrund hoffen wir als Surfactanthersteller, unseren Beitrag zur Bekämpfung von COVID-19 leisten zu können.

Dr. Dr. Romina Weinhold
Head of Medical Affairs
Lyomark Pharma GmbH